Apfelbaum

Der Apfelbaum (Malus domestica) gehört zu den weltweit am häufigsten angebauten Obstbäumen und trägt die bei uns beliebtesten Früchte: Äpfel. Dabei gehört der Apfelbaum zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und hat so gar keine Ähnlichkeiten mit den duftenden Schönheiten in unseren Gärten. Aber: er ist auch mit der Birne, der Quitte und der Mispel verwandt und ist ein sogenanntes Kernobst. Apfelbäume können bis zu 10 Meter groß werden und blüht von April bis Mai. Danach trägt der Baum Früchte, die innen durch pergamentartige Wände in 5 Fächer geteilt sind, die jeweils 2 Samen enthalten.

Herkunft

Die heutigen Kultursorten des Apfelbaums stammen von den Wildformen Zwergapfel (Malus pumila) und Holzapfel (Malus sylvestris) ab, die ursprünglich aus dem heutigen Kasachstan kommen. Dass der Apfel bei uns heute so beliebt ist, ist kein Wunder. Der Apfelbaum kam mit den Römern nach Germanien und in Westeuropa sorgten Karl der Große und die Klöster für die Verbreitung. Seit etwa 100 Jahren werden neue Apfelsorten gezüchtet. Mittlerweile gibt es weltweit über 100.000 Sorten, von denen bei uns etwa 1.500 Sorten vorkommen.

Apfel ist nicht gleich Apfel

Bei dieser Anzahl an Sorten ist es schwierig, den Überblick zu behalten und es ist kein Wunder, dass du erstmal nicht weißt, welchen Apfelbaum du dir in den Garten pflanzen willst. Alte Apfelsorten sind nicht unbedingt für den Hobbygärtner geeignet, weil sie besonders anfällig für Krankheiten sind. Die modernen Sorten sind widerstandsfähiger und pflegeleichter. Aber: nicht alle Äpfel schmecken frisch vom Baum. Winteräpfel zum Beispiel müssen mindestens zwei Monate gelagert werden, bevor sie genießbar sind. Für Hausgärten sind Apfelsorten wie „Retina“, „Gerlinde“, „Rebella“, „Florina“ oder „Rowena“ besonders gut geeignet.

Pflegetipps:

• Tiefgründige, nährstoffreiche und humose Böden
• Die offene Apfelblüte darf keinen Spätfrost abbekommen
• Die richtige Sorte hängt vom jeweiligen Standort ab
• Apfelbäume von Ende Oktober bis Ende März pflanzen
• Während Trockenperioden regelmäßig wässern
• Altes und nach innen wachsendes Holz wegschneiden

Apfelschorf vorbeugen

Sind Ihre Äpfel dieses Jahr stark von Apfelschorf befallen worden? Dann sollten Sie das Laub am besten komplett entfernen. Zerkleinern Sie dieses entweder stark, sodass es schnell verrottet und bringen es auf den Kompost oder entsorgen Sie es über die Biotonne. So können Sie die Infektionsgefahr für das nächste Jahr stark senken. Die Sporen werden ansonsten im Frühjahr durch Regen und Wind auf den frischen Austrieb befördert. Dort keimen Sie dann und infizieren sofort alle frisch gebildeten Früchte. Achten Sie außerdem darauf, dass keine alten Früchte aus dem letzten Jahr mehr am Baum hängen.

Apfelernte

So langsam werden die ersten Äpfel reif. Um die Reife zu überprüfen, nehmen Sie einen am Baum hängenden Apfel in die Hand und drehen ihn etwas. Lässt sich der Apfel leicht vom Baum lösen ist er Reif und Sie können mit der Ernte beginnen. Achten Sie darauf, vorsichtig mit den Äpfeln umzugehen. Druckstellen faulen schnell, und auch Äpfel mit Verletzungen sollten Sie lieber sofort verarbeiten. Kontrollieren Sie eingelagerte Äpfel regelmäßig und sortieren Sie Faule aus. Einige spät reifende Sorten entfalten Ihr Aroma erst nach einer gewissen Lagerzeit; das liegt daran, dass sich erst bei der Lagerung Stärke in Zucker umwandelt!

Apfelbaum einpflanzen - Tipps & Tricks

Im Herbst hebst du das Pflanzloch für deinen neuen Apfelbaum aus.

Obstbäume können als Jungpflanzen durch Wühlmäuse gefährdet sein. Um Schäden vorzubeugen, solltest du bereits beim Pflanzen eine Barriere errichten: zum Beispiel ein Drahtgeflecht mit engen Maschen.
Bevor du das Bäumchen einpflanzt, solltest du die Hauptwurzel einkürzen. Um die Bildung von neuen Wurzeln anzuregen, schneidest du auch einige der älteren Wurzeln ab.
Füll immer wieder Erde auf und tritt sie so lange fest, bis das Bäumchen sicher in der Erde steht.
Wenn der Wurzelbereich rundum geschützt ist, bedeckst du das Drahtgeflecht mit Erde, damit es nicht mehr zu sehen ist.
Achte aber darauf, dass die Veredelungsstelle (erkennbar an der Verdickung im Stammbereich) nicht mit Erde bedeckt wird.

Falls du nicht daran gedacht hast, einen Pfahl mit in das Erdloch zu stecken, kannst du das jetzt noch nachholen.
Bei wurzelnackten Pflanzen ist die Gefahr, dass du beim Einschlagen des Stützpfahls die Wurzeln beschädigst, relativ gering. Bei Pflanzen, die du im Topf gekauft hast, stellst du sicherheitshalber den Pfahl zusammen mit der Pflanze in das Pflanzloch.

Zum Anbinden des Stämmchens kannst du Kokosband verwenden.
Zum Schluss gießt du das Bäumchen noch gut an und schon bald kannst du mit leckeren runden Äpfeln rechnen.

Obstbaum pflanzen: Apfel nach Apfel?

Der große Teil unserer Obstarten gehört zu den Rosengewächsen. Diese leiden alle unter der gleichen Bodenmüdigkeit, wenn die gleiche Obstart nachgepflanzt wird. Wo einmal ein Apfelbaum gestanden hat, sollte erst nach vielen Jahren wieder ein Apfelbaum gepflanzt werden, ansonsten wächst er nicht gut. Pflanzen Sie besser Steinobst, das ist allerdings auch nicht optimal. Am besten wäre zum Beispiel ein Nussbaum, Johannisbeeren oder Stachelbeeren. Sie können auch erst mal ein Gemüsebeet anlegen, bis sich der Boden wieder regeneriert hat.

Hinweise zum Schneiden von Apfelbäumen

Beim Schnitt von Apfelbäumen gelten folgende Regeln: Beherzt zur Schere greifen und zunächst alle nach innen wachsende Äste, dann die Peitschentriebe sowie parallel stehende Äste abschneiden. Alles, was nach innen wächst, wird herausgeschnitten, wie sich überkreuzende oder aneinander reibende Zweige. Entfernt wird auch alles Abgestorbene. Unter Peitschentrieben (auch Wasserschosse oder Wasserreiser genannt) werden die steil nach oben getriebenen Gerten verstanden. Sie fangen mitunter sogar weit unten am Stamm an auszutreiben. Sämtliche Äste, die über die Waagerechte nach unten wachsen, sind ebenfalls herauszuschneiden.

Reifetest für Äpfel

Um die Reife von Äpfeln zu bestimmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Pflücken Sie einen Apfel probeweise. Lässt er sich mit einer leichten Drehung vom Baum abnehmen, ist er reif. Muss man ziehen und reißen, sollte man die Apfelernte lieber verschieben. Schneiden Sie den Apfel anschließend auf und betrachten Sie die Kerne. Sind diese noch weich und weiß, ist der Apfel noch nicht reif. Sind diese dunkel gefärbt und fest ist er reif. Sind Sie sich dann immer noch nicht sicher, besorgen sie sich Lugolsche Lösung in der Apotheke. Verteilen Sie dann einige Tropfen auf der Schnittfläche. Die Lösung färbt die Stärke im Apfel Schwarz an. Während des Reifeprozesses wird die Stärke des Apfels in Zucker umgewandelt. Bei einer dunklen Schnittfläche ist also noch viel Stärke im Apfel vorhanden und der Apfel noch unreif.

Klebefallen entfernen

Leimringe und andere Klebefallen gegen den Apfelwickler sollten Sie jetzt entfernen. Diese haben ihre Wanderung inzwischen beendet. Im Februar machen sich so langsam die Nützlinge auf den Weg und laufen Gefahr, beim Weg den Stamm hinaus an den Leimringen kleben zu bleiben. Reinigen Sie den Stamm unter und über dem Leimring vorsichtig mit einer Wurzelbürste, dort können sich Eigelege von Schädlingen befinden.

Fallobst einsammeln

Fallobst im Garten sollte regelmäßig eingesammelt werden, um die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen zu verhindern. Abgefallene Äpfel zum Beispiel sind häufig mit der Raupe des Apfelwicklers befallen. Werden sie nicht eingesammelt, können diese sich verpuppen und ihren Entwicklungskreislauf beenden. Die Falter legen dann im nächsten Jahr wieder Eier und viele Äpfel werden wieder mit Raupen befallen. Das Fallobst sollte am besten nicht kompostiert werden, sondern über die Biotonne entsorgt werden.

Auch Zieräpfel sind essbar

Zieräpfel sind zwar kleiner als herkömmliche Äpfel, aber entgegen häufiger Behauptung nicht giftig, sondern ebenfalls essbar. Direkt vom Baum schmecken sie wegen der vielen Fruchtsäure allerdings sehr herb. Dafür eigenen sie sich aber umso besser für Most oder Gelee! Probieren Sie es einfach mal aus, der Mehraufwand die vielen kleinen Äpfel zu pflücken lohnt sich!

Schorfige Äpfel sind nicht giftig

Lange standen schorfige Äpfel unter dem Verdacht gefährliche Pilzgifte wie zum Beispiel Aflatoxin zu enthalten. Langjährige Untersuchungen haben allerdings ergeben, dass dies nicht der Fall ist. Die Äpfel können ohne jegliche gesundheitliche Bedenken verzehrt werden. Allerdings sollten Sie trotz allem darauf achten möglichst gesunde Früchte zu verwenden. Stark verschorfte Äpfel sind geschmacklich schlecht, enthalten weniger der gesunden Inhaltsstoffe und sind deshalb weder zum Verzehr noch zur Verarbeitung geeignet. Ernten Sie dauerhaft stark verschorfte Äpfel sollten Sie überprüfen ob der Standort und die Sorte geeignet sind.

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